Menschen und ihre Passion


Lothar Pirc, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter Maharishi Ayurveda Privatklinik Bad Ems

Lothar Pirc ist ein Visionär. Schon seit vielen Jahrzehnten ist es ihm ein ganz persönliches Anliegen sich im Ayurveda ständig weiterzuentwickeln und sein Wissen einzubringen, um im ganzheitlichen Sinne die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Den über 5.000 Jahre alten Wissensschatz des Ayurveda sieht er als den Schlüssel zu einem gesunden, vitalen und lebensfrohen Dasein für alle Menschen – es ist dabei zu einem seiner zentralen Lebensthemen geworden.

In mehreren Gremien und als Inhaber und Geschäftsführer der Maharishi Ayurveda Privatklinik Bad Ems, verfolgt er zielstrebig, doch auf entspannte Weise eine Mission: die Verbreitung des authentischen Ayurveda weltweit!

1992 gründete Lothar Pirc gemeinsam mit Dr. Karin Pirc die Maharishi Ayurveda Privatklinik in Bad Ems, einer der erfolgreichsten und authentischsten westlichen Kliniken des traditionellen Ayurveda. Bis heute ist sie Europas führende Privatklinik für ayurvedische Medizin und Panchakarma. Er ist zudem Gründungsmitglied und Direktor der International Maharishi Ayurveda Foundation, einer Stiftung, deren Ziel die weltweite Verbreitung des Ayurveda ist. Zudem wurde Pirc erst kürzlich in den Vorstand des deutschen Dachverbandes für Ayurveda, den ADAVED gewählt.

Für den Kosmopoliten und einem der wichtigsten Wegbereiter des Ayurveda im Westen fand die Begegnung mit den östlichen Weisheiten schon in jungen Jahren statt. Früh entdeckte er die Meditation für sich. Nach einer Karriere in der Schweizer Hotellerie, ließ sich Pirc bereits mit 22 Jahren u.a. in Frankreich und in der Schweiz zum Lehrer für Transzendentale Meditation ausbilden. Im Anschluss konzentrierte er sich fortan gänzlich auf den Ayurveda und lehrte ihn in den Niederlanden, Kenia, Zypern und den USA. Für seine Verdienste um das Verständnis, die Anwendung und Verbreitung des Ayurveda mehrfach international ausgezeichnet, denkt er noch lange nicht ans Kürzertreten.

Als weltweit gefragter Vortragsredner ist er auch heute ständig rund um den Erdball unterwegs, um seine Mission einer gesunden und friedvollen Lebensweise nach Maharishi Ayurveda mit möglichst vielen Menschen zu teilen. Seine gerade kürzlich erschienene Autobiografie erlaubt einen ganz persönlichen Einblick in seinen spannenden Lebensweg, der von früh an von seiner Passion nach einer besseren, friedlicheren und gesünderen Welt geprägt war.

Fünf Fragen an Lothar Pirc

Wie sind Sie zum Ayurveda gekommen?

„Schon mit 19 Jahren entdeckte ich für mich die Transzendentale Meditation. Das tägliche Praktizieren hat mein Leben in allen Bereichen absolut positiv verändert. Es war eine wahre Transformation: Meine Lebensfreude wuchs kontinuierlich. Da ich meine Erfahrung mit anderen teilen wollte, wurde ich Lehrer für Transzendentale Meditation. Als Manager arbeitete ich in einer internationalen Gruppe in verschiedenen Projekten in Deutschland, aber auch im Ausland mit. 1982 entschloss ich mich, für 2 Jahre ins Kloster zu gehen, tatsächlich wurden es dann doch sieben Jahre. In dieser Zeit widmete ich mich eingehend dem Studium der alten vedischen Schriften, in denen auch das uralte Heilwissen verankert ist. Genau zu dieser Zeit begann Maharishi Mahesh Yogi den Ayurveda in seiner Ganzheit wiederzubeleben. Von Anfang an war ich bei der Verbreitung des Ayurveda involviert. Dabei hatte ich immer wieder bewegende und beeindruckende Momente mit dem Begründer des Maharishi Ayurveda, die ich auch in meiner Autobiografie beschreibe. Ich bekam die besondere Gelegenheit, mit den renommiertesten Ayurveda-Ärzten Indiens zu reisen und an den Jahreshauptversammlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO teilzunehmen.

Ich lernte die Gesundheitsminister verschiedener Länder kennen. Als das Interesse für Ayurveda immer weiter wuchs, begann die internationale Maharishi Universität weltweit Ärzte auszubilden. In Europa war ich für den Aufbau und die Koordination der Schulungszentren verantwortlich. Dadurch lernte ich dann auch meine spätere Frau kennen, die damals die erste Ayurvedaklinik in Deutschland aufgebaut hatte. Von der Landesregierung Rheinland-Pfalz wurde uns als Standort Bad Ems angeboten – meine ursprüngliche Heimat! Es fügte sich alles."

Sie haben einen voll gepackten Terminkalender, wie schaffen Sie es, alles unter einen Hut zu bringen?

„Mir macht es Freude, nach den ayurvedischen Prinzipien mit den entsprechenden Ritualen zu leben. Ich ernähre mich auf ayurvedische Weise, meditiere jeden Tag zweimal und achte auf ausreichenden Schlaf und ausgleichende Bewegung.

Meine Aufgaben empfinde ich als sehr sinnvoll und innerlich bereichernd, was ein sehr wichtiger Punkt ist, denn Dinge, die uns glücklich machen und beseelen, fallen leichter und bringen eher Energie, als dass sie uns dieser berauben. Ich mache mindestens einmal im Jahr eine Panchakarma-Kur in unserer Klinik. Ungefähr die Hälfte meiner Zeit widme ich mich verschiedenen internationalen Projekten. Ich reise viel, immer in der Mission des Ayurveda. Die übrige Zeit leite ich mit großer Freude die Klinik in Bad Ems und genieße mein Privatleben.

Was ist das Besondere am Ayurveda?

„Die Stärke der ayurvedischen Medizin ist es, den einzelnen Menschen in seiner Komplexität und absoluten Individualität zu betrachten. Die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha sind laut Ayurveda die Grundkräfte. Sie steuern die gesamte Natur und prägen dabei auch unsere körperlichen, seelischen und geistigen Eigenschaften, quasi unsere ureigene Konstitution. Die feine Balance der drei Doshas ist der Schlüssel zum Ayurveda. Die wichtigste Aufgabe des Maharishi Ayurveda ist, diese aufrechtzuerhalten oder aber wiederherzustellen, falls diese aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wirklich fantastisch ist, dass der behandelnde Arzt dabei auf ein schier unerschöpfliches Wissen und die Erfahrung aus mehreren tausend Jahren zurückgreifen kann. Ayurveda basiert dabei auf einer vorausschauenden Strategie, um Krankheiten nicht nur nach Ausbruch zu behandeln, sondern ihnen bereits durch präventive Therapie vorzubeugen. Die Diagnostik und Therapie erfolgen ganz individuell nach dem persönlichen Zustand des Patienten. Er wird genau dort abgeholt, wo er es braucht.

Durch die Pulsdiagnose können häufig Krankheitsbilder bereits im Frühstadium erkannt werden. Man muss sich das vorstellen, wie eine Landkarte an den Fingerspitzen. Ayurveda ist ein ganzheitliches System, was sowohl körperlich, als auch auf die Psyche positive Auswirkungen hat und langfristig wirkt, wenn man sein Leben umstellt. Einen guten Start bietet dafür die entgiftende Panchakarma-Kur. “

Ist denn eine 5.000 Jahre alte Heilkunde heutzutage überhaupt noch zeitgemäß?

„Ayurveda ist zeitlos, da er Naturgesetze beschreibt, und wir brauchen ihn in unserer heutigen, von Leistungsdruck und Stress regierten westlichen Welt immer mehr. Es ist wichtig, vorzubeugen und seinen Teil dazu beizutragen, Verantwortung für Körper, Geist und Seele zu übernehmen. Der große Verbündete im Ayurveda ist die Lebensqualität! Diese verändert sich positiv, wenn man Ayurveda in sein Leben lässt und steigert sich immer mehr. Der Effekt ist bereits nach wenigen Wochen spürbar. Man wird energiegeladener, aktiver, der Schlaf verbessert sich und die Gedankenwelt wird heller und klarer. Man wird glücklicher, rundum entspannter und plötzlich läuft vieles einfach besser. Es ist ein erstaunlicher Prozess, den die meisten unserer Gäste sich vor der persönlichen Erfahrung so gar nicht vorstellen konnten. Das Leben macht auf einmal einfach mehr Spaß und das ganz unabhängig von der Krankheit. Sicher ist es das, was viele Menschen nach und nach dazu bringt, ayurvedische Gewohnheiten anzunehmen und in ihren Alltag zu integrieren. Sie spüren einfach, dass sich ihr Befinden körperlich und geistig positiv verbessert.“

Ayurveda hat gerade in Indien aber auch in Sri Lanka eine Jahrtausendealte Tradition, warum sollte man denn in Deutschland kuren?


„Es ist ganz leicht nachzuvollziehen: Warum in die Ferne reisen, wenn hier im Land und speziell bei uns traditionelles Maharishi Ayurveda möglich ist? Als Gast hat man weder mit Jetlag zu kämpfen, noch gibt es eine lange Anreise. Es ist sogar nachhaltiger, weil man nicht unbedingt in den Flieger steigen muss. Man braucht sich nicht auf das Klima oder einen neuen exotischen Ort einzustellen und kann sich vollkommen auf das Hier und Jetzt konzentrieren, kommt quasi sofort an. Wenn man zum Beispiel eine Kur in Indien macht und das Erlernte hierhin übertragen möchte, so ist es sicher schwieriger, die Gewohnheiten zu ändern, denn nach der Kur kommt man zurück in seinen Alltag. Manchmal fällt man dabei sogar regelrecht in ein Loch, weil man zwei Wochen vor Ort verwöhnt wurde. Das wird man auch bei uns, doch gleichzeitig erhält man als Gast vieles mit an die Hand, was leicht zuhause umzusetzen ist.

Die Patienten bekommen ein Motivationspaket mit auf ihrem Weg und erfahren im Laufe ihres Aufenthalts eine Menge Hintergrundwissen: Was passiert im Körper, wie reagiert der Körper auf welche Ernährung, wie reagiert er auf Entgiftung, was für Mechanismen spielen eine Rolle. Zudem werden die Gäste auch nach ihren Behandlungen telefonisch von uns betreut und wir stehen mit Rat und Tat zur Seite. Diese Art der Nachbehandlung ist gerade bei chronisch Erkrankten ein wichtiger Punkt.“

 

Gibt es Empfehlungen aus dem Maharishi Ayurveda, die jeder in seinen Alltag integrieren kann?

„Obgleich sich der Ayurveda immer nach der Konstitution der individuellen Person richtet, gibt es dennoch Tipps, die ganz allgemein für jeden Vorteile bringen. Generell sind Rituale gut, die als fester Bestandteil in den Alltag integriert werden. Dazu gehört zum Beispiel, über den ganzen Tag verteilt ungefähr alle halbe Stunde ein heißes Glas Wasser zu trinken, um die Schadstoffe des Körpers auszuspülen. (Transzendentale) Meditation, zweimal täglich ca. 20 Minuten hilft, um zu innerer Ruhe und Gelassenheit zu finden und wieder in die Balance zu kommen, sich zu sammeln und frische Energie zu tanken. Regelmäßige Bewegung ist auch für die Psyche wichtig und was die Ernährung anbelangt, so sollte man möglichst nur dreimal am Tag essen. Am gesündesten wäre natürlich dabei die Ernährungsumstellung auf die leichte ayurvedische Küche. Schon wenn man diese wenigen Punkte beherzigt und sie als Rituale in seinen Alltag einbaut, fühlt man sich nicht nur leichter, man wird es auch. Äußerlich, aber auch seelisch. Wer sich gestresst fühlt, braucht tiefe Ruhe und sollte in die Stille gehen, dafür ist Meditation und auch die Lehre des Ayurveda ein guter Schlüssel.